Der EU-Projekttag

Wieder einmal war der traditionelle Europatag ein Highlight im Schulalltag der Gesamtschule Hardt. Perfekt organisiert und koordiert von Nicole Tenten und René Amels boten Kolleginnen und Kollegen herausragende Workshops und Projekte für die Schüler:innen der Stufen 9 und EF an. Die Projektthemen sind nicht nur eine Bereicherung für den Schulunterricht, die Schülerinnen und Schüler dazu bringt, sich mit der EU auseinanderzusetzen, sondern auch eine hervorragende Gelegenheit, die EU mit kreativen und aktuellen Themen jungen Menschen näherzubringen. Tolle Einblicke, beeindruckende Ergebnisse und überwiegend begeisterte Teilnehmer:innen finden sich in den Fotos und O-Tönen des Tages.

Podiumsdiskussion mit Politiker:innen

Derzeit steht Europa vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die den Zusammenhalt innerhalb der EU bedrohen. Dabei stehen Werte wie Gleichheit, Toleranz oder Gerechtigkeit auf dem Spiel. Wenn wir weiterhin in einem freien, einigen Europa leben wollen, ist eine Auseinandersetzung mit beispielsweise folgenden Themen unumgänglich: Soziale Ungleichheit (insbesondere in Zeiten der Pandemie), Nachhaltigkeit, Digitalisierung sowie Sicherung des Friedens in der EU (Welche Auswirkung hat der Krieg auf die EU?; Aufrüstung versus Klimaschutz und / oder soziale Sicherung; Gemeinsame Armee versus Wandel durch Handel).

Nach einer vorbereitenden Arbeitsphase wurden zu diesen und anderen Themen ein Pool an Fragen entwickelt. Hierbei stand die Perspektive der Jugendlichen im Vordergrund. Als Diskussionspartner:innen waren Vertreter/innen unterschiedlicher Parteien (CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und VOLT) anwesend. Untereinander und gemeinsam wurden diese im Vorfeld von den Schüler:innen entwickelten Fragen diskutiert.


„Es ist schon viel erreicht worden, durch verschiedene politische Entscheidungen, wenn es zum Thema Cybersecurity kommt.“ – Jochen Klenner (CDU)
„Algorithmen bestimmen heute unseren Alltag.“ – Josephine Gauselmann (SPD)

„Was halten Sie von Fahrverboten in den Innenstädten?“ – Moderatorin
„Generell schwer zu sagen. Wir nutzen Mobilität alle anders, wir brauchen mehr Akzeptanz und keine Schilderwälder.“ Jochen Klenner (CDU)

„Bei Mobilität können wir uns viel von anderen Ländern abgucken. Ich glaube, man könnte es in den Innenstädten ausprobieren, es muss Stück für Stück passieren. Wir brauchen viel Know-how und Geld, um die Mobilität zu verbessern, gerade wenn man den ÖPNV ausbauen möchte.“ Gina Nießer (Volt)
„Tempolimit auf Autobahnen – ja! Es erschließt sich mir nicht, warum wir das einzige Land in Europa sind, das kein Tempolimit auf Autobahnen hat.“ Klaus Barthels (Bündnis90/Die Grünen)

Projektleiter:innen: Axel Mugge-Dinn und Hannah Winter

Blackout Poetry

Im Grunde geht es bei Blackout Poetry darum, bestehende Texte zu recyceln und kreativ zu rekombinieren. Das geht z. B. mit Zeitungen, Zeitschriften, Romanen – aber auch mit Beipackzetteln, Pizzaflyern und (blauen) Briefen. Alles, was die Schüler:innen benötigten, war ein Text und ein schwarzer Marker und so entstand in wenigen Strichen ein Blackout Poem. Die Ergebnisse sind beeindruckende visuelle Gedichte und kleine Kunstwerke. Und: es heißt zwar Blackout Poetry– aber das Ergebnis muss sich nicht reimen oder irgendeiner Syntax folgen. Bei diesem kreativen Spiel mit Worten hatten sich die Teilnehmer:innen von Themen und Gedanken zu Europa inspirieren lassen.
Projektleiter:innen: Viktor Levi und Tonja Sinderhauf

Die Auslegung der Wirklichkeit

Wir alle kennen optische Täuschungen.  Die Art der Darstellung beeinflusst die Wirkung. Doch kann unsere Wahrnehmung auch durch die Darstellungsweise statistischer Daten in Diagramme getäuscht werden? Indem man die Darstellung verschiedener diskontinuierlicher Sachtexte (z.B. Diagramme) auf ihre Angemessenheit prüft, gelangt man im Austausch untereinander zu einem reflektierten Abgleich von Inhalt und Wirkung. Durch die Beschränkung auf europäische Daten blieben die Teilnehmer:innen nah an dem, was sie wirklich betrifft. Dabei verfolgten die Projektleiter:innen unter anderem das Ziel, eine Antwort auf die folgende Frage zu finden: Wie kann es gelingen, die Wirkung durch die Art der Darstellung zu beeinflussen? Final sollten die Schüler:innen selbst die Grenzen der Darstellung austesten, indem sie statistische Daten aus Europa in verschiedenen Formen darstellten. Am Ende mussten sie die Erfahrung machen, dass über die Veränderung der Darstellungen Aussagen suggeriert werden können, die die zuvor beschaffenen Daten so gar nicht unbedingt hergaben.


„Durch Statistiken, die nur leicht verändert wurden, kann man manipuliert werden und es gibt auch viele Statistiken über und in Europa – da muss man gut recherchieren.“
„Statistiken sehen immer übersichtlich aus, aber man muss genau hinschauen, um sie zu verstehen und richtig zu deuten.“

Schüler:innen der Jahrgangsstufe 9


Projektleiterinnen: Lena Küppers und Laura Müller

Europäisch Kochen

Rezepte aus Europas Küchen – Bekanntes und Unbekanntes kennen lernen und genießen. Natürlich haben die Schüler:innen gemeinsam entschieden, was gekocht und später gegessen wurde, wie zum Beispiel: Stamppot, Ratatouille oder Pasta.


„Wir machen etwas Französisches, wir machen Crêpes.“
„Interessant ist, dass man Gerichte aus anderen Ländern selber nachkochen kann.“
„Wir kochen Tagliatelle mit zwei verschiedenen Saucen, das macht viel Spaß und spiegelt die Vielfalt von Europa wider.“

Luisa, Amelie, Lara, Emma und Marta aus der Stufe 9

Projektleiterinnen: Julia Lisnikowska und Sonja Wagner

Der Import von russischem Öl und seine Folgen

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit ist die Bekämpfung des Klimawandels. Gleichzeitig stellt der Ukraine-Konflikt die europäische Gemeinschaft vor ungeahnte wirtschaftliche und soziale Herausforderungen. Im Zentrum der Sanktionen gegen Russland stehen Gas- und Ölimporte aus Russland in die EU-Länder. Auch Deutschland steht in der Kritik für sein zögerliches Handeln im Bezug auf die Sanktionen. In diesem Kontext haben sich die Schüler:innen mit verschiedenen Standpunkten im Rahmen einer Podiumsdiskussion auseinandergesetzt und anschließend diskutiert, welche Auswirkungen die Krise auf die Umsetzung des European Green Deals in Deutschland und dessen Hinwendung zu mehr Nachhaltigkeit und erneuerbare Energien hat. Zudem standen in diesem Workshop folgende Leitfragen auf dem Programm: Welche Interessen hat Deutschland innerhalb der EU, mit Bezug auf Gas- und Ölimporte aus Russland? Welche Auswirkungen hat das auf die Entwicklung der erneuerbaren Energien und die Senkung von Emissionen?

Projektleiter:innen: Jonas Beckmann, Wiebke Brenneker, Lucas Gerwert, Elif Gülali

Europa in Bewegung

Wie sieht es eigentlich aus, wenn sich Europa bewegt – miteinander, gegeneinander, kämpft, tanzt, spielt, gewinnt, verliert? Jenseits von Fußball und UEFA Champions League…
Unsere Schüler:innen probierten es praktisch aus – spielten, duellierten und choreografierten zusammen.

Projektleiter:innen: Christian Berthoud, Dominik Reinartz

Food labelling in the European Union

Verbraucherrechte spielen eine wichtige Rolle in der EU, da sie unser tägliches Leben betreffen. In dem Workshop „Food labelling“ haben sich die Teilnehmer:innen mit der kontroversen Diskussion um die Lebensmittelampel auseinandergesetzt. Dabei schlüpften die Schüler:innen in die Rollen von Vertreter:innen der Europäischen Kommission, Lobbyisten und Stakeholdern, um am Ende einen Gesetzentwurf zu erstellen, der zur Abstimmung freigegeben wurde.

Projektleiter:innen: Eva Adrians und Karin Peter

100 Milliarden für die Bundeswehr? Frieden und Sicherheit in Europa

Angesichts der weltweit angespannten Lage und langanhaltender Kriege und Konflikte stellt sich die Frage, wie friedensstiftend die Vereinten Nationen, die NATO oder die Europäische Union sein können – führen doch internationale Interventionen im Namen von Frieden und Sicherheit nicht selten dazu, dass die betroffenen Regionen noch weniger friedlich und unsicherer werden. Welchen Beitrag kann speziell die EU zur Friedenssicherung leisten? Wie steht es um eine gemeinsame Europäische Außenpolitik? Was spricht für oder gegen eine Europäische Armee? Diese und weitere Fragen wurden in diesem Workshop beantwortet.

Projektleiter:innen: Stefan Bongarz und Peggy Gennes

Paper Dresses – Recycling-Mode aus Papier

Von Aschenputtels Ballkleid bis zu avantgardistischer Herrenmode: Hier war alles drin! Wer Spaß an Mode hat, ein bisschen Mut und coole Ideen mitbringt, war hier genau richtig: Mit Bleistift, Schere, Heißklebepistole, Tacker und Klebeband entstanden an einem Vormittag diese tragbaren und einzigartigen Kleidungsstücke der anderen Art. Vorbilder gab es genug – aber die Ideen der Schüler:innen waren die besten!


„Kreativ zu sein und das in Verbindung mit Nachhaltigkeit und die gemeinsame Zusammenarbeit machen Spaß.“
„Die Botschaft ist, dass nachhaltige Mode auch gut aussehen kann. Mode gibt es überall in Europa und sie verbindet.“

Marie, Lina, Katja und Eleonora (Stufe 9) und Karina und Vaida (Stufe EF)

Projektleiter:innen: Ulrike Lua und Annika Weismann

Außergewöhnliche Reisen in Europa – Urlaub mal anders

Wer weiß schon, dass in Finnland der meiste Kaffee getrunken wird? Oder dass es in Spanien ein Volksfest gibt, bei dem man sich mit Tomaten bewirft? Oder dass in Polen zweimal gefrühstückt wird? Oder dass man in Griechenland auf den Boden spuckt, um Unglück zu vertreiben? Oder dass die ungarische Hauptstadt Budapest aus drei Städten entstanden ist, Buda, Obuda und Pest? Oder dass es in den Niederlanden mehr Fahrräder als Menschen gibt? Interessante Fakten wie diese haben die beiden Lehrerinnen gemeinsam mit den Teilnehmer:innen entdecken. Dabei erkundeten sie die Sprachen, Kulturen und touristischen Attraktionen europäischer Länder. Auch die Planung einer außergewöhnlichen Reise in ein europäisches Land stand auf dem Programm. Das Besondere an dieser Reise sollte sein, dass sie gemeinsam unternommen wird, sie low budget und nachhaltig ist und man auf ihr Orte entdeckt, die man im Pauschalurlaub nie sehen würde. Abgerundet wurden diese Ergebnisse mit einem von den Schüler:innen erstellten Kahoot!, bei dem diese gegeneinander antreten mussten. So konnte jede und jeder das neu erworbene Wissen testen und fun facts über das Land kennenlernen.

Projektleiter:innen: Elisabeth Bräutigam, Niraja Gnanakaneshan, Ingo Leimert