Think globally, act locally

The final event with Erasmus+ “Engaging Eco-Citizens”

René Amels bei der Begrüßung der Erasmus+-Teams und der MEPs im Sitzungssaal des Europäischen Parlaments in Brüssel.

In unserer Konsumgesellschaft werden Rohstoffe immer knapper, die Umwelt wird zunehmend mit Abfall und Schadstoffen belastet und Abgase aus Verkehr und Industrie lassen den Klimawandel stetig voranschreiten. Was aber kann jeder Einzelne tun, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken und zu einer nachhaltigen Entwicklung unserer Gesellschaft beizutragen? Das war das Thema und auch die Herausforderung an die jungen Erasmus+-Teilnehmer:innen, die in dem dreijährigen Projekt Ideen entwickelt haben, wie sie andere Jugendliche zu mehr Nachhaltigkeit anstiften können.
Vom 25. bis 29. April konnten sich die Teilnehmer:innen des internationalen Erasmus+-Projekts “Engaging Eco-Citizens” aus Polen, Spanien, Frankreich und Deutschland endlich treffen und die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit am 28. April vor Parlamentariern in Brüssel vorstellen.

Fostering Commitment in Young Europeans 

Man muss das Denken und Handeln jedes Einzelnen verändern, um das Bewusstsein einer gesamten Gesellschaft transformieren zu können. Mit Vorträgen, Recherchen und eigenen Studien wurden die Teilnehmer:innen darauf vorbereitet, Ideen zu entwickeln, die ihre Mitschüler:innen zu nachhaltigerem Handeln motivieren. Ihre Konzepte und Ideen zu den schulischen Aktionen zur Förderung von Umweltbewusstsein durften die Teams im Final Event in Brüssel vor Parlamentariern präsentieren.

Mit ihren innovativen Ideen möchten sie ihre Mitschüler:innen zu informierten und verantwortungsvollen Entscheidungen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz motivieren.

So hat eine Gruppe aus Lyon einen Hühnerstall und ein Treibhaus im Schulgarten gebaut. Hier kann man unmittelbar erfahren, wie Gemüse angebaut, gepflegt, geerntet und verarbeitet wird und lernt gleichzeitig etwas über die Wertschätzung für Lebensmittel. Zusätzlich erstellten die französischen Schüler:innen ein „Klimafresko“, welches mit Hilfe von unterschiedlichen Spielen, wie z.B. einem Escape Game, das Bewusstsein für einen nachhaltigen Lebensstil stärken sollten.

Um zu demonstrieren, dass Fortbewegung und Transport auch nachhaltig sein können, hat ein spanisches Team aus Talavera ein Konzept für einen schuleigenen Fahrradverleih entwickelt. Ein ähnliches Angebot schafften die polnischen Schüler:innen. Mit einer Plakataktion und Aufklärungsvideos auf Social Media klärt das polnische Team Mitschüler:innen über klimarelevante Zusammenhänge auf und zeigt ihnen Ideen für nachhaltiges Handeln.

Die teilnehmenden Schüler:innen aus der Q1 der Gesamtschule Hardt haben sich mit dem Problem der Entsorgung und des Recyclings von Kunststoff auseinandergesetzt. Um das Bewusstsein dafür zu schaffen, Verpackung möglichst zu vermeiden, haben sie eine Lunchbox entwickelt, die als Willkommensgeschenk allen Fünftklässlern zum ersten Schultag an der GE Hardt überreicht werden soll. Die Botschaft “GE Hardt goes eco“ ist nicht nur auf der nachhaltig produzierten Dose gedruckt, sondern auch der eingelegte Flyer klärt über alternative Verpackungsideen auf, die unsere Umwelt schonen.

Mit einem ähnlichen Thema beschäftigte sich das Angebot der zweiten deutschen Gruppe, die mit einer Sammeltonne für Kunststoffpfandflaschen verhindern möchte, dass Pfandflaschen einfach liegen gelassen oder weggeworfen werden. Sie lösen das Pfand ein und spenden es der Welthungerhilfe oder einer Umweltschutzorganisation.

Mehr über die anderen Aktionen an der Gesamtschule Hardt, wie zum Beispiel den Kleidertausch, den Veggieday oder die Malaktion für die Mülltrennung auf dem Schulhof erfährt man hier: „GE Hardt goes eco“.

Auf dem Programm, das René Amels und Dorothée Vollmer als koordinierende Projektleiter:innen inhaltlich und organisatorisch entwickelten, standen neben dem großen Finale in Brüssel auch Workshops in Rhetorik (Stephanie Oelers), Interviewtechnik (Mark Offermann) und ein Coaching im Umgang mit Misserfolgen (Antony Schooling).

Den Praxisbezug und vielleicht auch neue Interessen – und Talente – entdecken konnten die internationalen Teilnehmer:innen beim Besuch des Biohofs Brungs, dem ersten Biobauernhof in NRW. Hier zeigte Kerstin Hübner u.a., wie die Tomatenbeete vorbereitet und Salat angepflanzt werden. Auch wenn der Acker sumpfig und die Turnschuhe weiß waren, so genoss das Team am Ende bei schönstem Sonnenschein die entspannte und gemeinsame Arbeit auf dem Feld. Dabei entwickelte sich auch schon die Idee, den Projektunterricht vom Klassenzimmer ins Feld zu verlegen.
Es muss auch nicht immer eine Großstadt als Ausflugsziel auf dem Kulturprogramm stehen. Per Bus und Bahn ging es zur Stadt Kempen. Hier schlenderten die Gäste mit Stadtführer:innen durch die mittelalterliche Gassen und konnten auf dem lauschigen Marktplatz noch das beste Eis am Niederrhein genießen.
Am Ende fieberten alle den großen Abschlusspräsentationen im Europäischen Parlament entgegen. Gut vorbereitet und gecoached von ihren Lehrer:innen trat die Erasmus+-Delegation am 28. April die Fahrt nach Brüssel an. In eigens für diese Präsentationen reservierten Sitzungssälen durften 7 vorab ausgewählte Teams vor den Parlamentarier:innen Özlem Demirel, Daniel Freund, Axel Voss (Deutschland) sowie Gwendoline Delbos-Corfield (Frankreich) und Robert Biedroń (Polen) ihre Konzepte präsentieren. In den anschließenden Diskussionsrunden stellten sich die Parlamentarier:innen den Fragen der Schüler:innengruppe. Bei einem Mittagessen in der Kantine des Parlaments konnte man sich entspannen und sich auf den abschließenden Besuch im Haus der Europäischen Geschichte freuen.

Die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen verdeutlichte den Teilnehmer:innen am letzten Programmtag nochmals die Aktualität des Erasmus+ Projektes. In beeindruckenden Fotografien wird die Schönheit unseres Planeten gezeigt, aber auch in bedrückender Weise auf Missstände hingewiesen, die unser Paradies bedrohen. 

Es war die letzte gemeinsame Unternehmung, bevor die internationalen Teams ihre Heimreise antraten. Mit im Gepäck waren sicherlich jede Menge Inspirationen für ein nachhaltiges Leben. Diese umzusetzen und weiterzugeben, liegt jetzt an jedem Einzelnen, ganz nach der Devise: Think globally, act locally!

Hier findet sich unsere Video-Zusammenfassung des Projekttreffens. Enjoy! 🙂
Mit Vorträgen, Recherchen und eigenen Studien wurden die Teilnehmer:innen zu informierten und verantwortungsvollen Entscheidungen vorbereitet, um eigene Aktionen in ihren Schulen umzusetzen, die ihre Mitschüler:innen für Nachhaltigkeit und Klimaschutz aktivieren sollen.
Den Praxisbezug und vielleicht auch neue Interessen entdecken, konnten die Internationalen Teilnehmer:innen beim Besuch des Biohofs Brungs, dem ersten Biobauernhofes in NRW. Hier zeigte Kerstin Hübner u.a., wie die Tomatenbeete vorbereitet und Salat angepflanzt wird.

Ganz nach dem Motto „Gib immer dein Bestes. Was du jetzt pflanzt, wirst du später ernten.“ Hier ein paar visuelle Einblicke von dem Tag beim Bioland Brungs.

In Workshops zu Rhetorik (Stephanie Oelers), Interviewtechnik (Mark Offermann) und im Umgang mit Misserfolgen (Antony Schooling) wurden die Teams auf ihre Präsentationen in Brüssel vorbereitet.
Es muss nicht immer eine Großstadt auf dem Kulturprogramm stehen. Die historische Stadt Kempen konnten die Gruppen bei einer Stadtführung erkunden.
Am vorletzten Tag reiste die Schülergruppe nach Brüssel. Dort präsentierten sie ihre Projektideen vor europäischen Politiker:innen im Europaparlament. Denn Projekte kann man nur umsetzten, wenn man sie kommuniziert und Unterstützung findet. Aufmerksamkeit und Anerkennung gab es von allen für die innovativen Ideen der jungen Europäer. Am Ende bot der polnische Parlamentarier den Jugendlichen sogar seine Social-Media-Kanäle für die Bewerbung ihrer Klimaprojekte an.


Der Besuch im Haus der Europäischen Geschichte rundete die Brüsselreise ab.
Dass Nachhaltigkeit dringend notwendig ist, zeigte den Schüler:innen die Ausstellung „Das zerbrechliche Paradies“ im Gasometer in Oberhausen. In beeindruckenden Fotografien wird die Schönheit unseres Planeten gezeigt, aber auch in bedrückender Weise auf Missstände hingewiesen, die unser Paradies bedrohen. 

Infos zum Projekt:

“Engaging Eco-Citizens: Fostering Commitment in Young Europeans (FcyE)” ist ein dreijähriges Erasmus+-Projekt, das durch die Europäische Kommission gefördert wird und ca. 120 Schüler:innen im Alter von 16 bis 18 Jahren aus vier europäischen Schulen in Deutschland, Frankreich, Polen und Spanien verbindet. Vom 16. bis 21. Dezember trafen sich die Schülerteams aus Polen und Deutschland mit ihrer spanischen Partnerschule in Talavera und vom 11. bis 16. Januar coronabedingt nur die Teams aus Polen und Spanien in Lyon. Im April fand die Abschlussveranstaltung in Deutschland statt.
In wöchentlichen Sitzungen beschäftigten sich die Schüler:innen mit nationalen und transnationalen Fragen des realen Lebens zum Thema Ernährung, Mobilität, Konsum, Umwelt und Nachhaltigkeit. In ihrer Auseinandersetzung mit den unterschiedlichsten Themen wurden sie ermutigt, sich für notwendige Veränderungen zu engagieren und diese voranzutreiben. Während des Projekts konzentrierten sich die Schüler:innen auf ihr schulisches Umfeld und Ihren persönlichen Alltag. Dazu forschten sie in fünf spezifischen Arbeitsgruppen: Nahrung, Ernährung, Recycling von Abfällen, Energie und Wasser und Mobilität. Die Teilnehmer:innen trafen Verantwortliche der jeweiligen Länder aus Wirtschaft und Politik und befragten lokal gewählte Vertreter, Unternehmen und Verbände zu ihren Spezialgebieten. Geleitet und koordiniert wurde das Projekt in den jeweiligen Ländern durch Lehrkräfte. 

Teilnehmende Schulen:

IES Ribera del Tajo, in Talavera de la Reina, Spanien / Sainte-Marie Lyon, in La Verpillière (nahe Lyon), Frankreich / Gesamtschule Hardt, in Mönchengladbach, Deutschland/ LXV Liceum Ogolnoksztalcace High School, in Warschau, Polen.


Einen herzlichen Dank für den medialen Support an die Chefredakteurin der Schülermagazinredaktion Standpunkt.

Fotos: Vollmer/Neumann

Dieses Projekt wird mit Unterstützung durch das Programm Erasmus+ der Europäischen Union“ finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser; die Kommission haftet nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben.

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