Das große Debattenfinale

Hauptsache, wir können mitreden

Am 04.04.2022 um 7:30 Uhr ging es für rund 20 Schüler:innen aus der Gesamtschule Hardt zum Landtag NRW nach Düsseldorf. Nun war es endlich so weit, die große Final-Veranstaltung des Debatten-Wettbewerbs stand an. Zuvor wurden bei acht Veranstaltungen in Schulen am Niederrhein und im Bergischen Land vier Finalisten ausgewählt. Insgesamt hatten sich an dem Wettbewerb zwölf Schulen beteiligt.

Die Rheinische Post hat den Wettbewerb #mitreden gemeinsam mit dem Sponsor der Veranstaltung, dem Chemiekonzern Evonik, organisiert und durchgeführt.

Nach der Ankunft am Landtag ging es direkt in den CDU-Fraktionssaal, der nach dem Plenum der größte Saal und Versammlungsort des NRW-Parlaments ist. Durch die Veranstaltung führte der WDR-Moderator Julius Schmidt und nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung in die Veranstaltung sprach der NRW-Landtagspräsident und Schirmherr der Veranstaltung André Kuper ein digitales Grußwort an die etwa 120 Schüler:innen der vier Schulen. Danach folgte ein kurzer Vortrag von Christian Kullmann, dem Vorstandsvorsitzenden von Evonik Industries, zum Thema „Zeitenwende – Wende der Zeiten: Was jetzt ansteht!“.

Das Rednerteam mit Sinan Schuler und Marie Sophie Neumann bereitete sich schon im Vorfeld auf die Frage vor „Sollen die Bürgerinnen und Bürger zugunsten des Klimas auf Konsum verzichten?“ Was beide bis dahin noch nicht wussten, war die Frage, ob sie die Pro- oder Kontra-Seite vertreten würden. Das setzte im Vorfeld eine gute Recherchearbeit voraus. 

Die Sieger der jeweiligen Debatten wurden von einer Jury bestimmt, diese bestand aus dem RP-Chefredakteur Moritz Döbler, dem RP-Politikchef Martin Kessler, der RP Journalistenschülerin Lilli Stegner, sowie Markus König (Evonik-Projektleiter) und Andrea Dimitrova (Evonik Governmental Affairs).

Die Jury loste die Halbfinal-Duos aus: Die Gesamtschule Hardt trat im ersten Halbfinale mit der Kontra-Position gegen das Gymnasium am Moltkeplatz in Krefeld an, welche die Pro-Seite vertrat. Nach einer abwechslungsreichen Debatte und zusammenfassenden Schlussstatements war das erste Halbfinale vorbei und nach kurzer Beratung der Jury ging es mit dem zweiten Halbfinale weiter. „Eine Debatte auf einem sehr hohen Niveau“, bestätigte die Jury bei ihrer Feedback-Runde. 

Als das zweite Halbfinale vorbei war, zog sich die Jury zur Beratung zurück. Nach einer kurzen Pause verkündete der RP-Politikchef Martin Kessler das Ergebnis: „Im Finale debattiert die Gesamtschule aus Mönchengladbach gegen das Gymnasium aus Monheim.“. 

Während einer einstündigen Mittagspause bereiteten sich beide Finalteams auf die letzte Debatte zu einem Thema vor, welches sie vorher nicht kannten. Das Finalduo der Gesamtschule Hardt sollte zwanzig Minuten lang dafür argumentieren, dass Nachhaltigkeit ins Grundgesetz gehört. Eine Frage, mit der sich beide Teams vorher noch nicht mit auseinandergesetzt hatten. 

Bevor das Finale dann begann, hielt der RP-Chefredakteur Moritz Döbler noch einen Vortrag zum Thema „Demokratie und Meinungsfreiheit“.

Dann begann die letzte Debatte zu der Frage „Soll die Nachhaltigkeit im Interesse der zukünftigen Generationen ins Grundgesetz?“. Nach den Anfangsstatements der beiden Teams begann die zwanzigminütige Final-Debatte. 

Im Finale konnte sich dann – nach langer Diskussion der Jury – die Gesamtschule Hardt durchsetzen, da sie beim Überraschungsthema durch ihre Argumente und ihre Wortwahl die Jury letztendlich überzeugte. 

Dementsprechend belegte den ersten Platz die Gesamtschule Hardt und wurde mit einem Preisgeld von 5000 € belohnt. Die Schule aus Monheim belegte den zweiten Platz und nahm 3000 € mit nach Hause. Das Duo der Gesamtschule Hardt hätte breiter und variantenreicher argumentiert und sich in Schlagfertigkeit und Reaktionsfähigkeit als überlegen gezeigt. „Das Siegerteam hatte auf jedes Argument der Gegenseite eine Antwort“, so die Begründung seitens der Jury.

Dass Respekt der Grundstein für eine Debatte ist, haben die Schülerinnen und Schüler noch einmal ganz neu kennengelernt. Wenn man mitreden möchte, dann muss man dem Gegenüber auch zuhören, sich zurückhalten und sich mit Respekt begegnen. Mitgestalten kann man nur, wenn man aktiv wird, „Die Demokratie lebt nicht von Zuschauerinnen und Zuschauern“, so auch der RP-Chefredakteur Döbler. Die Schülerinnen und Schüler haben jederzeit die Chance, aktiv mitzugestalten und mitzureden, erinnerte der Landtagspräsident Kuper zum Abschluss. 

Hier geht’s zum Interview der Rheinischen Post

Bericht: Marie Sophie Neumann

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