Europa ins Klassenzimmer geholt

Wie schafft man es, Europa lebendig und hautnah im Klassenzimmer erfahrbar zu machen? Genau diese Frage beantwortet das ehrenamtliche Projekt „Europa macht Schule“, welches im Jahr 2006 aus der Dresdner Konferenz „Was hält Europa zusammen?“ hervorgegangen ist und seit 2008 unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht. Die Idee ist dabei ebenso simpel wie genial: An einem Hochschulstandort werden Erasmus-Studierende dazu ermutigt, ein Projekt mit einer Schulklasse über ihr Herkunftsland zu gestalten, um den Gedanken des europäischen Austauschs mit Leben zu füllen, Vorurteile abzubauen und ein unmittelbares interkulturelles Erlebnis zu schaffen. „Europa macht Schule“ leistet damit einen sehr wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung in Europa und fördert das europäische Zusammengehörigkeitsgefühl. Wir freuen uns sehr, dass das Programm in diesem Schuljahr erstmals im Raum Düsseldorf stattfand und wir diese Premiere mitgestalten durften.

Zusammen mit dem türkischen Studenten Uğur hat sich die Bili-Klasse 7.4 in den letzten Wochen mit der Herkunft und der Geschichte eines der wichtigsten europäischen Getränke beschäftigt: Gemeinsam begab man sich virtuell zum Ursprungsort der Kaffeepflanze, verfolgte die Verbreitung über das Osmanische Reich nach Westeuropa und lernte interessante deutsche und v.a. türkische Kaffeetraditionen kennen. Anschließend erstellen die SchülerInnen eine kleine Umfrage über den Kaffeekonsum (n = 68) und werteten diese mit Hilfe von Excel statistisch aus – die Arbeitssprache war dabei stets Englisch.

Ihre Ergebnisse stellten sieben SchülerInnen der Klasse am 15.02.2019 im Café Europa in Düsseldorf vor den anderen Projektgruppen, dem Oberbürgermeister der Stadt, Thomas Geisel, sowie der Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europäischen Parlament, Petra Kammerevert, vor. Die Zuschauer waren durchweg begeistert von der Souveränität sowie den Englischkenntnissen der Zwölfjährigen und überschütteten sie mit Lob. Nun liegt es an Herrn Amels, als Englischlehrer neue Herausforderungen zu schaffen.

Hier geht es zur Präsentation, die die Schülerinnen und Schüler erstellt haben: presentation_EmS_homepage

Für die Klasse war das Projekt also ein voller Erfolg. Im schriftlichen Feedback gaben sie Uğur und dem Projekt Bestnoten, lobten den persönlichen Zugang zur anderen Kultur und äußerten ein gestiegenes Interesse für einen eigenen Aufenthalt im Ausland. Mal sehen, ob sich nicht bald auch jemand aus der Klasse 7.4 als Gaststudent in einem anderen Land wiederfindet und ein ähnliches Projekt an einer Schule durchführt…

Vielen Dank an das Team von „Europa macht Schule“ für diese tolle Gelegenheit, Europa hautnah zu erleben und natürlich an unseren Gaststudenten Uğur, der von der Klasse besonders ins Herz geschlossen wurde. Nicht zuletzt möchten wir auch den Eltern der Klasse danken, die sich so zahlreich angeboten haben, die Schülergruppe nach Düsseldorf zu begleiten.

Auf zum nächsten Projekt!

 

Fotos und Bericht: René Amels

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