Nachts im Museum …

DSCN1083Nicht ganz, aber fast – jedenfalls war es kein ganz normaler Donnerstagmorgen, als sich die 6.4 in Begleitung ihrer Klassenlehrerin Frau Lua und ihres Klassenlehrers Herrn Rox zum zweiten Mal innerhalb einer Woche zum Abteiberg aufmachte, um einen Museumsbesuch der ungewöhnlicheren Art zu absolvieren. Sie sollten nämlich – Versuchskaninchen sein.

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Drei Studierende der Kulturpädagogik an der FH Niederrhein hatten sich unter der Leitung des Museumspädagogen Uwe Riedel zum Abschluss eines praxisorientierten Seminars jeweils einen Museumsparcours ausgedacht, der den Blick der Schüler und Schülerinnen vor allem auf die unterschiedlichen Materialien der ausgestellten Arbeiten lenken sollte. Um die dreißig Schülerinnen und Schüler auf die drei Gruppen Metall und Draht, Holz und Leinwand zu verteilen, wurde gelost, und dann ging’s los. Die zukünftigen Holzexperten gingen auf Schnitzeljagd durchs ganze Haus, um zu verschiedenen Arbeiten aus Holz zu gelangen. Dazu mussten sie den kleinen Holztafeln folgen, die sich über Nacht an verschiedenen Ecken, Treppenaufgängen und Absätzen eingefunden hatten. „Eine nette Idee“, so eine Dame vom Aufsichtspersonal: „Wir hatten uns schon gewundert, wo die Tafeln herkommen!“ Nach ausgiebiger Analyse der ausgesuchten Arbeiten ging die zukünftige Kulturpädagogin Agathe, selbst eine ehemalige Schülerin der Gesamtschule Hardt, mit ihrer Gruppe in die Malklasse des Museums, um dort mit Holz auch praktisch zu arbeiten.

 

Die Studentin Luna, die hier als Leinwandexpertin auftrat, hatte in der Zwischenzeit mit ihrer Gruppe eines der Schießbilder von Niki de Saint Phalle und eine Arbeit des Argentiniers Lucio Fontana untersucht. Wichtigstes Ergebnis: Auch Leinwandbilder können dreidimensional sein!

Wie das funktioniert, wurde gleich im Anschluss ebenfalls in der Malklasse ausprobiert. Minileinwände, Messer, Nägel, Nadeln, jede Menge Farbe und natürlich Schürzen oder Kittel gehörten hier zur Ausstattung.

Fabian schließlich hatte mit seiner Gruppe inzwischen nicht nur das Calder-Mobile näher in Augenschein genommen, sondern sich auch noch einmal mit den Nagelbildern Günther Ueckers auseinandergesetzt – was die Schüler gar nicht langweilig fanden, obwohl sie sich schon in der Woche zuvor damit beschäftigt hatten. Taschenlampe und Lupe ließen die Arbeit buchstäblich noch einmal in ganz anderem Licht erscheinen.

Nach der gemeinsamen Herstellung eines Calder-Nachbaues aus Draht und Papier wurde anschließend mit viel Elan gehämmert und gebogen.

Zufriedene Schüler und Studenten, ein großer Spaß für alle Beteiligten –  das geht auch tagsüber im Museum!

von Ulrike Lua

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