So war der Tag

…der offenen Tür. Das Team der neuen MedienLab AG hat sich um den visuellen Rückblick gekümmert und einige von vielen ‚bewegenden‘ Eindrücken eingefangen. Vielen Dank an alle Aktiven, Engagierten und Interessierten für ihren Einsatz. Viel Spaß bei der Rückblende!img_0117

Hier noch ein ganz persönlicher Rückblick eines Abiturienten auf unsere Schule:

Nachgefragt – Bilingualität an der GE Hardt

Die Europaschule GE Hardt – Erfahrungen und Chancen beim Erlernen von Sprachen

London, Paris, Madrid, Warschau, Hongkong, Shanghai, Peking, Kambodscha und als nächstes kommt die Karibik – Wie ist es möglich, dass du als 18-jähriger Schüler der Gesamtschule Hardt schon all diese Länder auf der Welt bereist hast?

Gut, als erstes ist dies möglich, da unsere Schule viele Partnerschulen auf der ganzen Welt hat, wie zum Beispiel in China. Dazu kommt, dass Herr Poschen, mein Französisch Lehrer, Kontakte zu einem Club in der Karibik hat. Dann das Erasmus+ Projekt, mit dem ich in Warschau und Spanien war. London und Paris habe ich im Rahmen von Austauschbesuchen bereist. Das bedeutet, dass 90% meiner Reisen durch unsere Schule angeboten und ermöglicht wurden.

Du hast so viele Leute, Kulturen, soziale Systeme auf deinen Reisen kennengelernt: Welcher Austausch hat dich am meisten beeindruckt? Und warum?

Definitiv der Austausch mit unserer Partnerschule in Beijing, da China eine komplett andere Welt ist. Die Leute dort sind ganz anders – sie leben in einer komplett anderen Welt. Dadurch habe ich erfahren, was es bedeutet, ein Leben wie unseres zu haben. Dies war definitiv der beeindruckendste Austausch, den ich je gemacht habe.

Bekommst du eine andere Sicht auf andere Weltnachrichten oder Kulturen, wenn man nicht nur als Tourist unterwegs ist?

Ja, natürlich. Wenn ich normalerweise etwas über China, Kambodscha oder Vietnam gehört habe, dachte ich: „Oh, das ist nun mal so und es ist sehr weit weg…“, aber heute, nachdem ich all diese Orte bereist habe, nehme ich diese Nachrichten anders wahr und denke mir: „Oh, ich kenne dieses Gebäude und ich kenne das ganze Land…“. Es bewirkt, dass du viel mehr auf diese Nachrichten achtest und auch viel interessierter an den Nachrichten aus diesen Ländern bist.

Was ist deiner Meinung nach wirklich wichtig, um Land und Leute wirklich kennenzulernen? – Was hat dir bei der Verständigung am meisten geholfen?

Es ist sehr wichtig, dass du aufgeschlossen bist. Wenn du nicht offen bist, kannst du das Ganze nicht richtig genießen. Dazu ist es sehr wichtig in einer Familie zu leben, damit du ihren Alltag kennenlernen kannst – wie sie leben, arbeiten, usw. Um das Land kennenzulernen, musst du dich vorher schon informieren, was du genau sehen und kennenlernen möchtest. Das ist sehr wichtig, bevor du in das jeweilige Land reist.

Du hattest an der GE Hardt den bilingualen Bildungsgang gewählt, damals noch ab der 7. Klasse. War es deine persönliche Entscheidung oder ist dir der Bili-Zweig durch Eltern oder Lehrer empfohlen worden?

Beides. Es war auch meine Entscheidung, da ich sehr früh festgestellt habe, dass mir Sprachen liegen. Es wurde mir auch von Lehrern und natürlich meinen Eltern empfohlen, denen es wichtig war, dass wir möglichst früh Sprachen erlernen.

Was hat dir am meisten Spaß gemacht am Sprachenlernen?

Ich glaube, am meisten Spaß macht es, mit den Sprachen auch neue Kulturen kennenzulernen. Und auch das Wissen, dass du an jedem Ort der Welt alles offen steht, wenn du dich verständigen kannst. Wenn du weder Englisch noch eine andere Sprache beherrschst, kannst du nicht herumreisen und mit anderen Leuten auf der ganzen Welt kommunizieren. Das ist meine Motivation für das Sprachenlernen. 

Was hat dich nachhaltig am zweisprachigen Unterricht gereizt?

Das Beste ist, dass du ein neues Vokabular erlernst und über Themen sprechen lernst, über die du dich vorher in der Sprache nicht austauschen konntest. Ich konnte mich in London zum Beispiel mit dem Vater meines Austauschschülers über Wirtschaft unterhalten und selbst er war sehr überrascht davon.

Viele Eltern meinen ja, dass das Erlernen von mehreren Sprachen stressig sei und man sich vielleicht besser auf eine Sprache konzentriert, um dort die beste Note zu erzielen. Du hast mehrere Sprachen gelernt. Welche Vorteile hat es deiner Meinung nach, mehrere Sprachen zu lernen?

Ich glaube, dass es sehr viel einfacher ist, die zweite Fremdsprache zu lernen, da du schon Kenntnisse von der ersten besitzt. Für mich war es Französisch. Außerdem ist es sehr wichtig für deine Zukunft. Wenn du irgendwo hinreist und sagst, dass du Englisch sprichst, ist es nichts Besonderes, da fast jeder Englisch sprechen kann – es ist einfach eine Voraussetzung, die man für eine Basisverständigung braucht. Daher ist es gut mehrere Sprachen zu können, auch wenn du dafür zwei oder drei Punkte weniger oder ein schlechtere Note  akzeptieren musst. Aber normalerweise wird es besser – wenn du mehrere Sprachen sprichst, bekommst du eine gute Sprachkenntnis und das hilft dir sehr weiter.

Vor allem durch die praktische Anwendung in internationalen Austauschprojekten wie Erasmus+ und im bilingualen Unterricht wird die Sprachentwicklung gefördert. Inwieweit hast du von den Schulprojekten im Ausland profitiert?

Es hat mich sehr geprägt. Ich muss sagen, dass das Reisen das Einzige ist, was du kaufen kannst, wodurch du reicher wirst, da du so viele Leute kennenlernst. Ich bin der Meinung, dass man dadurch sehr viel schlauer wird und viel erfahrener wiederkommt.

Du stehst ja gerade vor dem Abi. Haben dich die vielen Projekte und Reisen nicht zu sehr vom Lernen abgehalten?

 Wir werden es nach meinem Abi sehen. Normalerweise belastet das Reisen meine Leistungen jedoch in keinem Fach, da ich immer ein guter Schüler war. Nie der Beste, aber auch nie schlecht. Ich denke nicht, dass es meine Noten in irgendeiner Weise belastet.

Wann und woran wurde dir klar, welche berufliche Richtung du einschlagen möchtest und inwiefern hat die GE Hardt dich da geprägt oder vorbereitet?

Zum Glück wusste ich schon sehr früh, was ich machen wollte, da ich schon lange wirtschaftlich interessiert war. Außerdem hat die GE Hardt uns sehr viele Möglichkeiten gegeben uns auf unsere Zukunft vorzubereiten. Wie zum Beispiel: Boys&Girls Day, viele Praktika und Leute, mit denen wir über unsere Zukunft reden konnten. Ich glaube nicht, dass es eine andere Schule gibt, die einem so viele Möglichkeiten bietet.

Für das Erlernen von Sprachen gibt es ja überzeugende berufliche Argumente. Hat deine zukünftige Berufswahl etwa mit Fremdsprachen zu tun?

Ja, natürlich. Ich habe mich für das wirtschaftliche Business entschieden. Ich verbringe ein Semester im Ausland und da muss ich natürlich Englisch sprechen. Ich habe ein Semester in Englisch und in meinen Studien nehme ich an internationalen Projekten teil. Daher gehört Englisch zu einem großen Teil meiner zukünftigen Laufbahn. Außerdem bin ich auch noch in anderen Sprachen gefordert, da ich mit Leuten zusammenarbeite, die so gut wie jede Sprache sprechen. Angesichts der fortschreitenden Globalisierung wird Mehrsprachigkeit immer wichtiger. 

Was war deiner Meinung nach entscheidend bei deinen erfolgreichen Bewerbungen bei Mercedes und BOSS?

Ich glaube, es liegt an all den Projekten dieser Schule, an denen ich teilnehmen und bei denen ich Erfahrungen sammeln konnte. Mitentscheidend war auch, dass ich neben Englisch noch eine zweite Sprache sprechen kann. Natürlich zählen gute Noten dazu, aber ich engagiere mich auch außerschulisch noch, zum Beispiel im Sport und das zeigt schon viel von dem Engagement, dass jemand neben den Noten mitbringt. Es ist sehr wichtig, dass man neben guten Schulleistungen noch andere persönliche Qualitäten aufzeigen kann.

Vielen Dank an Leon M. (Q2) für das Gespräch.

Das Interview führte Sean L.(EF), Übersetzung Ivana B. (EF), Video  Produktion und Übersetzung MedienLab GE Hardt 

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