Die bilinguale Neigungsklasse

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Warum „bilingualer Unterricht“?

Unsere globalisierte Welt und das wirtschaftlich und politisch zusammenwachsende Europa werden an die heutigen Schüler in ihrer weiteren Ausbildung und in ihrem Beruf höhere Anforderungen stellen an die Fähigkeit, sich außer in der Muttersprache in einer weiteren Fremdsprache problemlos zu verständigen. In zahlreichen international orientierten Betrieben und Institutionen ist Englisch als Geschäftssprache in schriftlicher Korrespondenz, in Telefongesprächen und Verhandlungen selbstverständlich. Im Studium werden junge Leute zunehmend mit wichtiger englischsprachiger Fachliteratur konfrontiert. Auch das Studium an einer Universität im englischsprachigen Ausland ist heute eine gern gesehene zusätzliche Empfehlung im Berufsleben.

Vor diesem Hintergrund entwickelte sich der Wunsch, die Fremdsprache Englisch noch intensiver zu betreiben, mit dem Ziel durch stärkere Praxisorientierung und häufigere Benutzung der Fremdsprache schon während der Schulzeit die Bereitschaft und Fähigkeit zu fördern, miteinander in Englisch zu kommunizieren und sich in komplexen Zusammenhängen zu gesellschaftlich relevanten Themen zu äußern.

Was bedeutet „bilingualer Unterricht“ an unserer Schule?

Dieses Ziel soll erreicht werden, indem der Unterricht im Fach Gesellschaftslehre (GL), das Erdkunde, Geschichte und Politik umfasst, ab Klasse 7in allmählich zunehmendem Maße in Englisch (blin GL-Unterricht) geführt wird.

Ab Klasse 7 treten dann zu den Regelwochenstunden in den Fächern Englisch und GL zwei weiterehinzu, die es erlauben, im bilingualen GL-Unterricht auch das gleiche Pensum zu schaffen wie im normalen GL-Unterricht. Darüber hinaus schaffen die zusätzlichen Stunden auch Zeit für projektorientierten Unterricht.

In den Jahrgangsstufen 5 und 6 wird zwar noch kein reiner bilingualer Unterricht stattfinden, aber der Englischunterricht und der GL-Unterricht werden hier und da Schwerpunkte setzen, die geeignet sind, auf den „bilingualen“ Fachunterricht ab Klasse 7 vorzubereiten: Describing the Way to School, Basic Mapwork: Continents and Oceans; European Countries; How to Describe Pictures;Prehistoric Man;The Nile Oasis, Ancient Greece and Ancient Rome. Darüber hinaus wird innerhalb der Förderschiene zusätzlicher Englischunterricht erteilt werden. Spätestens im zweiten Halbjahr der Klasse 6 werden die Schüler dann auch mit fachspezifischem Vokabular und für den Sachunterricht notwendigen Strukturen und Methoden vertraut gemacht. Der eigentliche bilinguale GL-Unterricht beginnt dann in der 7. Klasse.

Der Unterricht folgt inhaltlich weitestgehend dem Lehrplan, der auch dem deutschen GL-Unterricht zugrunde liegt. Der bilinguale Unterricht endet mit dem Abschluss der Klass 10. Die Teilnahme wird auf dem Zeugnis vermerkt, und mit dem Ende der 10. Klasse erhalten die Schüler und Schülerinnen ein Zertifikat über die Teilnahme am bilingualen Unterricht.

von Klasse 7–10.

Der bilinguale Fachunterricht soll nicht in erster Linie als zusätzlicher Fremdsprachenunterricht verstanden werden; d.h. hier werden nicht wie im Englischunterricht grammatische Regeln gelernt und es werden keine sprachlichen Übungen gemacht. Der bilinguale GL-Unterricht ist an die Lehrpläne des Faches GL gebunden; das heißt: Hier geht es um das Kennenlernen von Inhalten, Fakten und Zusammenhängen aus geschichtlich-politischen und erdkundlichen Bereichen. In den in Englisch geführten Unterrichtsphasen sammeln die Schüler aber quasi nebenbei konkrete Erfahrungen in der Kommunikation in der Fremdsprache. Englisch wird im Unterricht zur „Arbeitssprache“. Das setzt natürlich auch voraus, dass die Schüler Zeit investieren um zusätzliches Vokabular zu erwerben.

Nach diesen Erläuterungen ist es verständlich, dass für die Benotung im bilingualen Sachfach nicht die fremdsprachliche Richtigkeit, sondern die inhaltliche Leistung im Fach GL maßgebend ist.

In den Jahrgängen 7 und 8 werden neben gängigen bilingualen Lehrbüchern eigens für unseren bilingualen GL-Unterricht erstellte Lernmaterialien zur Verfügung gestellt, deren angemessener sprachlicher Schwierigkeitsgrad es den Schülern und Schülerinnen erleichtert, dem Unterricht in englischer Sprache zu folgen.

In den Klassen 9 und 10 werden vermehrt bilinguale Lehrbücher eingesetzt. Mit dembilingualen Fachunterricht verbinden sich stets besondere Projekte wie z.B. einWorkshop – z. T. in englischer Sprache – im Museum Ratingen Cromford, eine englischsprachige Führung im ehemaligen Gestapo-Gefängnis in Köln, sowie eine Klassenfahrt nach Südengland. Seit dem Schuljahr 2010/2011 haben wir die Twyford High School in London als Partnerschule. Der Austausch von bilingualen Schülern des 7. Jahrgangs mit unserem Besuch in London im März und dem Gegenbesuch im Juli des Jahres zählen zum regelmäßigen Angebot für die bilingualen GL-Schüler im Jahrgang 7.

Darüber hinaus besteht im Jahrgang 9 die Möglichkeit, im Rahmen des orientierenden Berufspraktikums ein Praktikum im englischsprachigen Ausland zu machen.

Wer kann am bilingualen Unterricht teilnehmen?

Seit dem Schuljahr 2010/11 ist es möglich, Kinder mit einer fremd sprachlichen Begabung nach einer eingehenden Beratung für eine“bilinguale“ Neigungsklasse anzumelden.

Die Teilnahme am bilin GL Unterricht stellt ein Ange-bot und eine Herausforderung für Schüler und Schülerinnen dar, die sich gern mit Sprache beschäftigen und in der Grundschule mit Eifer erfolgreich am Englischunterricht teilgenommen haben. Außerdem sind Konzentrationsfähigkeit, Kommunikationsbereitschaft, sowie Anstrengungs- und Lernbereitschaft günstige Voraussetzungen für die Teilnahme am bilingualen GL Unterricht.

Sie ist besonders sinnvoll, wenn ein Interesse an erdkundlichen, geschichtlichen und gesellschaftlich relevanten Themen erkennbar ist.

 

„Warum Bilingualer Unterricht“ zum Download

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